Mediendesaster 1

Mit dem Einzug in das Europaparlament bekommt Stefan Eck nun etwas völlig Neues: Medienpräsenz. Wer fast fünf Jahre auf ein persönliches Ziel hinarbeitet, ist sicherlich bestens gerüstet. Sollte man meinen. Nicht so die Lichtgestalt der ‚Tierschutzpartei‘ Stefan Eck. Der selbst ernannte Tierrechtler gab dem Nachrichtenmagazin ‚DER SPIEGEL‘ ein bemerkenswertes Interview am Telefon, dass die Redaktion daher ausnahmsweise in Kopie abbildet:

spiegel-interview_23-2014

 

Dann gab es noch ein ebenso aufschlussreiches Interview auf SR-3. Während die ersten 2/3 nur viele langatmige und nichtssagende Aussagen zur Tierschutzpartei enthalten, wird es ab Minute 3:33 interessant, als ihm der Interviewer Gabor Pfilipp Fragen stellt zum Thema ‚Tierschutzpartei‘ und rechts:


Gabor Philipp: Die Politik der Werte, wenn ich da mal anknüpfen darf, im Landrat von Thüringen gab es eine kleine Anfrage von wegen Unterwanderung Ihrer Partei durch Neonazis und es gibt da diverse Mails von einer Astrid S. beispielsweise, Schatzmeisterin im Landesverband dort (): Da heißt es zum Schächten, zum Aktionsbündnis gegen das Schächten: Weil die Verbrecher wissen, dass sie unrecht haben und hier im Falle Schächten die Juden nicht laut erwähnen wollen, schieben sie ihre komische Verfassung vor. oder: Den Juden und der Regierung muss beigebracht werden, dass wir die Tiere nicht für ihre eigenen Pfründe leiden lassen. Es geht nämlich überhaupt nicht um Holocaust. Lasst Euch nicht verarschen. und so weiter. Sind sie etwas rechts stehend, nehmen Sie auch Mitglieder der NPD mal?

Stefan Eck: Also ganz … nein, ähm…

Gabor Philipp: Ja, was nun?

Stefan Eck: Also, im poli… hm – Sie müssen mich ausreden lassen. Im politischen Spektrum sind wir absolut links von der Mitte angesiedelt, und zwar zwischen der SPD und der Partei ‚Die Linke‘ und zwar viel näher an der Partei ‚Die Linke‘

Es gibt natürlich wie in jeder Partei gibt es Ausreißer. Wir müssen das, was wir jetzt auch sehr kurzfristig gehört haben, überprüfen, und werden dementsprechend Schritte einleiten. Ich kann Ihnen versichern, unsere Partei ist alles andere als rechts. Wir sind eine, quasi eine Linkspartei und dulden in unseren Reihen kein rechtes Gedankengut. Das ergibt sich allein aus unserer grundsätzlichen Ethik, die fußt auf dem Gedanken der Tierrechte. Wer Tierrechte ernst nimmt, kann niemals Menschenrechte übertreten.

Gabor Philipp: Lassen wir das einfach mal so stehen. Welche politische Erfahrung bringen Sie ein in die Arbeit in Straßburg? Ich glaube, ihre Tierschutzpartei ist bisher nur vertreten im Stadtrat in Magdeburg.

Stefan Eck: Das kann möglich sein, dass wir nur halt eben ja in der praktischen politischen Arbeit eben wenig einbringen können. Aber: Ob man in einem Parlament ist oder nicht, das sagt nichts aus über die politische Fachkenntnis in speziellen Bereichen. Dann müssten Sie nämlich jedem neue Mitglied, dass in ein Parlament einzieht, erst mal diese Fachkompetenz absprechen und ich glaube, das ist nicht fair. Man soll uns einfach mal zusehen, was wir an politischer Arbeit in Straßburg leisten können.

Gabor Philipp: Wir werden zusehen und das war Stefan Eck, der Chef der Tierschutzpartei, die mit 1,1 %, wie es aussieht, nach Straßburg ins Europaparlament einziehen wird, das heißt mit einem Mandat zumindest. Stefan Eck stammt aus dem Saarland. Vielen Dank für dieses Gespräch und Tschüss.

Offenbar wurde es dem Bundesvorstand doch etwas mulmig, zumal nach wie vor weder ein Parteiausschlussverfahren gegen von Fehr eröffnet wurde, noch eine Distanzierung zu Texten von Astrid S. erfolgte. Auf der Homepage der Bundespartei erscheint eine ‚Klarstellung (Auszug):

Klarstellung

Liebe Mitglieder der Partei Mensch Umwelt Tierschutz,
liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten,
liebe Wählerinnen und Wähler,

wie die einen oder anderen von Ihnen/euch schon mitbekommen haben, kursieren derzeit Gerüchte über eine angebliche „rechte Gesinnung“ innerhalb der Partei Mensch Umwelt Tierschutz.

Mit diesem Schreiben möchten wir ausdrücklich klar stellen, dass wir in keiner Weise mit der rechten Szene in Verbindung stehen.

Unsere Partei steht für progressive, freiheitliche, demokratische Politik und ist im politischen Spektrum links einzuordnen.

Die Anschuldigungen, die gegenüber zwei unserer Parteimitglieder erhoben wurden, wurden geprüft. Die entsprechenden Anträge zum Ausschluss dieser Personen aus unserer Partei wurden mittlerweile gestellt. Der Bundesvorstand erwartet nun die Entscheidung des Bundesschiedsgerichts.

Unser Bundesgeschäftsführer, Herr Jan Zobel, war tatsächlich Mitglied bei der NPD. Das ist allerdings kein und war auch noch nie ein Geheimnis. Herr Zobel ist bereits 1997 aus der NPD ausgetreten und leistet seit 2001 hervorragende Aufklärungsarbeit gegen Rechtsextremismus in Deutschland. Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient, wenn er seine Ernsthaftigkeit und Kompetenz unter Beweis gestellt hat. Jan Zobel hat dies mehrfach getan.

Die Gerüchte, mit denen zur Zeit versucht wird unsere Partei über das Internet zu diffamieren, werden von ehemaligen Parteimitgliedern verbreitet, welche beim Versuch ihre Ideologien in den Bundesvorstand zu tragen, gescheitert sind und sich bereits während ihrer Mitgliedschaft durch hochgradig parteischädigendes Verhalten hervorgetan haben…

Die Redaktion fragt sich, wo denn die Partei ‚Die Linke‘ anzusiedeln ist, wenn  sich schon die ‚Tierschutzpartei‘ als ‚links‘ einstufen möchte. Und wieder wird gelogen:

Der vom BUVO gestellte Antrag auf eine vorübergehende Amtsenthebung Harald von Fehrs wurde – möglicherweise bewusst – falsch gestellt, da ein solcher Antrag auf Sofortmaßnahme nur mit einem Parteiausschlussverfahren kombiniert möglich ist. Das aber hat Stefan Eck und sein kaum verändertes ‚Präsidium‘ im Falle der Anträge gegen den Landesvorstand Berlin genau gewusst und angewendet. Grund damals: Das Stellen von Anträgen zu einem Bundesparteitag, die möglicherweise in die Öffentlichkeit hätten gelangen können und dann unter Umständen parteischädigend gewirkt hätten!

Die aber tatsächlich in die Öffentlichkeit gelangten Äußerungen von Harald von Fehr schädigen nach Ansicht das Image der Partei nicht. Also doch keine Linkspartei? Wohl nicht, andernfalls müssten diese Äußerungen zwangsläufig zum Parteiausschluss führen.

Dann endlich fällt das Lieblingswort des Bundesvorstands: Diffamierung. Das angeblich hochgradig parteischädigende Verhalten (was im Schaden weder beziffert noch konkret benannt wurde – was allerdings Grundvoraussetzung für eine Verfahrenseröffnung wäre) der ‚im Internet Diffamierenden‘, wird auch von aktiven (!) Mitgliedern getragen: Aufklärung unwissender Mitglieder und Wähler.

Und was haben die ‚Bösen‘ für eine Ideologie seit Jahren versucht, in den Bundesvorstand zu tragen? Da schweigt der Lügner Unhöflichkeit:

  • Transparenz,
  • innerparteiliche Demokratie,
  • Zensurfreiheit,
  • Ehrlichkeit,
  • offenen Diskurs und
  • Souveränität der Landesverbände.

Wenn das parteischädigende Ideologien sein sollen, hat die ‚Tierschutzpartei‘ in Toto endgültig ihre politische Glaubwürdigkeit und die herbei fantasierte linke Gesinnung verloren. Das Mediendesaster wird ohne Scham und Selbstkritik nahtlos fortgesetzt.

Die Redaktion wird über den anstehenden – ultra-geheim gehaltenen Schauprozess vor einem weisungsgebundenen und abhängigen ‚Schiedsgericht‘ ausführlich berichten. Soviel vorab:

Den Beschuldigten wird eine gesetzlich garantiert freie Wahl der Rechtsberatung verweigert. Darüber hinaus wird ein Verfahren mit persönlicher Anhörung angesetzt, der einem völlig unsubstantiierten Antrag des Bundesvorstands willfährig folgt. Wenn es nach dem BUVO geht, muss das Tribunal nur noch das bereits fertig gestellte Urteil unterschreiben und von der ‚Zweiten Kammer‘ (auf gleicher Rechtsebene) abgesegnet werden. Die Kosten haben von Anfang an die ‚Beschuldigten‘ zu tragen.

Und Harald von Fehr? Wenn er nicht gestorben ist, dann pöbelt er noch morgen…

Advertisements
Tagged with: , , , , , ,
Veröffentlicht in Aktuelles, Bundesvorstand, Europawahl
One comment on “Mediendesaster 1
  1. […] statt das SPIEGEL-Desaster klammheimlich, still und leise im Anus der Geschichte verschwinden zu lassen, schafft es Stefan Eck […]

Kommentare sind geschlossen.

Follow on WordPress.com
Archiv
%d Bloggern gefällt das: