Von Stühle rücken und Multitasking

lavos_stand_04-01-2015Kaum schreibt die Redaktion darüber, schon wird in alt bekanntem Aktionismus Pöstchenrücken gespielt. Da aber mangels Lust am Spaß mit den Schleudersitzen und mangels Kompetenzen die vakante Vorstandsbestuhlung schwer zu füllen ist, kommt das Multitasking ins Spiel: Wer nur irgend kann, sitzt doppelt oder dreifach, auf jeden Fall aber weiterhin unbequem. Immer noch besser, als das Scheitern eines Modells einzuräumen oder einen ernsthaften Neustart mit allen Risiken zu wagen. Satirepartei. Da ist was dran.

So schnell es geht, müssen nun die angeschlagenen Landesverbände wieder mit einem ‚funktionsfähigen‘ Landesvorstand versehen werden, also aus der – nun ja – Obhut einer ‚kommissarischen Leitung durch den Bundesvorstand‘ entlassen werden. Also tauchen neue Vorsitzende auf in Hessen und Bayern. Bayern schmückt sich nun übergangsweise mit einem Bundesvorsitzenden als Landesvorsitzenden, offenbar gibt es nicht viel zu tun. Auch Hessen hat nun nach Monaten ‚oben ohne‘ einen neuen Landesvorsitzenden, ebenfalls aus den Reihen des Bundesvorstands. So bleibt – könnte man boshaft meinen – alles beim Alten, nur eben einer anderen Art der ‚kommissarischen Leitung durch den Bundesvorstand‘ irgendwie.

Soweit bekannt, kann allerdings der Status der beliebten ‚kommissarische Leitung durch den Bundesvorstand‘ nur durch eine Neuwahl des Landesvorstands durch das höchste Gremium, die Landesparteitag / Mitgliederversammlung beendet werden. Ein/e solche kann aber nur nach satzungsgemäßer Ladung erfolgen – und die dauert. Ein im Eilverfahren enberufene/r Landesparteitag / Mitgliederversammlung aber kann keine Wahlen durchführen.

Es könnte sich fast der Gedanken aufdrängen, dass da etwas irgendwie nicht stimmen kann. Ist schon klar, nun wird alles besser. Transparenter. So mehr Partei oder so.

Satirepartei.

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Veröffentlicht in Aktuelles
One comment on “Von Stühle rücken und Multitasking
  1. […] Gleiches in Niedersachsen: noch vor wenigen Tagen ‘kommissarischer Leitung durch den Bundesvorstand’ ist dort plötzlich eine Landesvorsitzende verzeichnet. Über eine Wahl ist nichts verzeichnet, die Einladungsfristen für eine ordnungsgemäße Wahl können nie und nimmer eingehalten worden sein. […]

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