Finanzen, Prüfung und andere Ungereimtheiten

Zuerst wurde das große Wort erschaffen:

Bundesvorstand
Kompetent, zielstrebig, zuverlässig – und für die Partei-Basis immer ein offenes Ohr!

Dann kommt ein wenig Information:

Der Bundesvorstand leitet die Partei derzeit auf Grund mehrerer Rücktritte nur noch kommissarisch. Ausgetreten sind: Stefan Bernhard Eck, Barbara Nauheimer, Bernd Mallon, Helmut Spoor, Margret Giese, Peter Jung und Ulla Schloon. Aus diesem Grund ist für den 21.03.2015 ein Sonderparteitag mit Neuwahl angesetzt.

Ist das so? Während Frau Dr. Petra K. nach einer Woche Abwesenheit / Löschung von / aus der Bundesvorstandsliste plötzlich wieder da zu sein scheint, sagt die Seite ‚Finanzen‘ etwas anderes, wie der Screenshot vom 20.01.2015 unzweideutig aussagt. Dort wird groß getitelt: Finanzen – Die Finanzen sind bei uns in guten Händen!

finanzen_20-01-2015Dann aber Staunen. An erster Stelle wird der Bundesvorsitzende Horst Wester mit Kontaktdaten genannt, dann die Kontoverbindung, die Aufgaben der Kassenprüfer und die letzte Überlebende und verbliebene Kassenprüferin Nancy S., die in Personalunion auch eine von DREI (!) Landesvorsitzenden des Landesverbands Sachsen-Anhalt darstellt. In den Augen der Redaktion eine untergrägliche Interessenkollision, wenn eine Landesvorsitzende die Kasse kontrollieren soll. Ein Kassenprüfer sollte neben Kompetenz auch Neutralität und amtsferne gegeben sein. Auch bei der Kompetenz sind deutliche Zweifel erlaubt nach einer Empfehlung der Entlastung des Bundesvorstands als Kassenprüferin, obwohl sie selbst den Bundesparteitag auf Ungereimtheiten hingewiesen hat. In so einem Fall darf die Entlastung nicht empfohlen werden!

Der Sumpf innerhalb der ‚Tierschutzpartei‘ trocknet also auch weiterhin nicht aus.

Landesvorstand Sachsen-Anhalt am 24.01.2015

Landesvorstand Sachsen-Anhalt am 24.01.2015

Aber da war doch noch was? Richtig, der Fall Dr. K. Wie kann es sein, dass auf der Finanzseite allerhand Dinge stehen, nur keinerlei Hinweis auf die Leitung der Schatzmeisterei? Ist also Frau Dr. K. eben doch nicht mehr Schatzmeisterin? Dann würde laut Aussage der ‚Finanzseite‘ offenbar Horst Wester diese kommissarisch leiten.

Wenn man sich Webseite und ‚Tierschutzpartei‘ genauer betrachtet, wird eins deutlich: ‚kommissarische Leitung durch den Bundesvorstand‘ oder – in diesem Fall – durch den Bundesvorsitzenden, der nebenbei auch den Landesverband Bayern nach der Abdankung von Barbara N. als Stellvertretender Landesvorsitzender kommissarisch leitet, hat in der ‚Tierschutzpartei‘ undemokratische Tradition.

So lange keine wohlfeilen – also dem Bundesvorstand huldigenden – Kandidaten gefunden werden, kann das, wie im Falle des Landesverbands Nordrhein-Westfalen, schon mal über zwei Jahre dauern, denn so lange wurde diesem Landesverband das Abhalten eines Landesparteitags zur Neuwahl eines Landevorstand durch den Bundesvorstand schlicht verweigert. Wozu der – eigentlich unnötig zu erwähnen – gar kein Recht hat. Es ist Pflicht eines jeden Bundes- oder Gebietsverband, so schnell wie möglich Vorstandswahlen durchzuführen, wenn es keinen mehr gibt. Aber volle Kontrolle ist natürlich ungleich viel effektiver – zu Unterdrückung von innerparteilicher Demokratie, Autonomie der Landesverbände und möglicher Opposition gegen die Politik eines Bundesvorstands, dem es ausschließlich um Kontrolle und Macht geht.Wer aber so die parlamentarische Demokratie pervertiert, handelt zwar in schlechter Tradition des Schmuddeltierschutzes, aber ganz bestimmt nicht im Sinne eines Meinungswandels der Bevölkerungsmehrheit zum Thema Tierschutz in der Politik und Tierschutz allgemein. Das wahrlich ekelhafte daran ist, dass es offenbar kaum jemand stört, man bleibt unter sich. Die Wahlergebnisse belegen das eindeutig – aber ganz und gar nicht zum Wohle der Tiere, die es laut Parteiprogramm zu schützen gilt. Und während die Mitglieder „raus gehen, um Tiere zu retten“ (O-Ton Bundesparteitag 32 zur Diskussion von Anträgen der Mitglieder des Landesverbands Berlin), macht der Bundesvorstand weiter, was er will.

Und von Transparenz auch weiterhin keine Spur. Immer wieder erkundigen sich aktive Mitglieder bei der Redaktion über Personalien innerhalb von Bundesvorstand und Landesvorständen. Die Redaktion hilft, wo sie kann.

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