Rechtsruck Endlosschleife

Es gibt Parteien, die glauben, dass die Gründung eines Arbeitskreises gegen Rechts alle Vorwürfe, immer weiter nach rechts abzudriften, ungeschehen machen. So die Partei der fehlenden Kommata für Mensch Umwelt Tierschutz, die nun offenbar jeden MUT verloren hat, eigene Inhalte zu gestalten. Wie ein kompetenter Beobachter dieser ‚Partei‘ aus Facebook sehr richtig bemerkte: „Offenbar lässt so Manchen die Hoffnung, statt 0,9 Proz. vielleicht 0,95 Prozent der Wählerstimmen zu erreichen, jegliche Bedenken beiseite schieben. Ich kann mich echt nur wundern, wie endlos das Halsscharnier bei Einigen geworden ist. Man scheint den Kopf um 360 Grad drehen zu können….“ – Ferner stellte er ebenso treffsicher fest: „Wobei das zu meinem Eindruck in der letzten Zeit passt, dass die MUT ständig versucht anderer Leute Arbeit als die Ihre zu verkaufen. Ist die Ideenlosigkeit so gross bei euch Blauhemden?“

Ein Pääärchen wie Fritz und Clärchen

Ein Pääärchen wie Fritz und Clärchen

Dann gibt es da noch dieses nette Foto, dass die Ratsfraktion Tierschutzpartei / Freie Wähler am 24.10.2015 postete. Auf diesem Foto ist der Bundesvorsitzende der ‚MUT‘ in idyllischer Eintracht mit Torsten Lemmer zu sehen. Dazu folgender Text:

„Unser Fraktionsvorsitzender Torsten Lemmer besuchte heute die Wahlkämpfer der Tierschutzpartei in Baden-Württemberg rund um den Bundesvorsitzenden Mathias Ebner…in der Mittagspause tauschten sich beide über politische Inhalte und Sachfragen des politischen Alltags aus…von Seiten der Ratsfraktion ein äußerst positives Treffen…“

Torsten Lemmer verkündete 2001 zwar seinen Ausstieg aus der neonazistischen Szene und beteiligte sich an Projekten gegen Rechts, aber Zweifel an der Ernsthaftigkeit sind nie verstummt. Bei Wikipedia findet sich unter Neonazi-Szene und Ausstieg (https://de.wikipedia.org/wiki/Torsten_Lemmer) auch dies: „Im Mai 2009 wurde Torsten Lemmer vom Landgericht Düsseldorf wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Im Rahmen dieses Prozesses kam heraus, dass Lemmer auch in den Jahren von 2002 bis 2006 als Mitarbeiter des Rechtsrock-Labels Funny Sounds tätig war, was er nach seinem Ausstieg jahrelang bestritten hatte“

Lügenpresse oder Lügenposse?

Lügenpresse oder Lügenposse?

Es ist wohl erlaubt, diese Art des ‚Ausstiegs‘ mit Anführungszeichen zu relativieren: „2006 waren die Privaträume Lemmers Ziel einer Hausdurchsuchung, bei der nach Polizeiangaben Beweise für den Vertrieb rechtsextremer CDs sichergestellt wurden. Diese Durchsuchung bezog sich auf ein Verfahren vor seinem Ausstieg aus der Neonazi-Szene.“ (Wikipedia, siehe oben).

Dem ‚Aussteiger‘ widmete auch RP-Online einen Artikel: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/torsten-lemmer-verurteilt-aid-1.1134362

Es ist bemerkenswert, wie sich die Kreise schließen. Nun ist – wenn auch (noch) indirekt – Torsten Lemmer wieder vereint mit einem Buddy aus alten Tagen: Jan Zobel. Apropos: „Im Jahr 2002 stand Lemmer mit acht weiteren Männern, unter anderem seinem langjährigen Freund Zobel, wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht, nachdem sie sich durch Störung einer Kabarettveranstaltung mit Buh-Rufen und Trillerpfeifen einem bereits bestehenden Hausverbot widersetzten. Lemmer wurde zu einer Geldstrafe von 4.800 Euro verurteilt.“ (Wikipedia) Nun ja, wer sich um 360 Grad abwendet…

Es ist aufschlussreich, wie viele Ex-Republikaner, Ex-NPDler, Ex-Freie-Wähler in die ‚MUT‘ eingesickert sind, bzw Ex-Freie-Wähler, die Ex-Republikaner oder Ex-NPDler waren und nun – natürlich – rein’rassige‘ Tierschützer sind. Ach ja, und der Ex-MUTler, das langjährige Mitglied des Bundesvorstands der MUT, Harald H., der nun in der AfD eine neue ‚politische‘ Heimat gefunden hat. Arbeitskreis(lauf) hin oder her, aber die Distanzierung nach Rechts ist ein welkendes Feigenblatt, die wachsende Toleranz in diese Richtung bestens belegt. Aber wie wir bis zum Ausbruch von Ohrenkrebs hinreichend vernommen haben natürlich ausschließlich zum Nutzen der Tiere. Dem widerspricht der Trend in der Tierschutz- und Tierrechtsszene, die immer offener genau dies hinterfragt, immer mehr Organisationen und Vereine distanzieren sich.

Selbst umsonst zu teuer...

Selbst umsonst zu teuer…

Es soll hier nicht der Anschein erweckt werden, der Bundesvorsitzende der ‚MUT‘, Mathias Ebner sei rechts, aber er muss sich fragen lassen, ob er weiß, mit wem da ‚gekuschelt‘ wird, wer da so alles in die ‚MUT‘ sickert und ob der Zweck tatsächlich alle Mittel heiligt, zumal das Ansehen dieser ‚Partei‘ vom Sinkflug ganz schnell in den Sturzflug übergehen kann. Auch das Kapern von Veranstaltungen anderer und das teils aufdringliche Auftreten der ‚Blauhemden‘ (hatten wir irgendwie auch schon mal…) hat den Trend nicht eben aufhalten können. Das kleine Fähnlein ‚MUTler‘ auf der TTIP-Demonstration jedenfalls ging kläglich unter. Für den restlichen Anschein ist nicht die Redaktion, sondern die Partei Mensch Umwelt Tierschutz selbst verantwortlich. Und besonders deren Vorstand.

Kommentar:

Irgendwie sind diese ‚Aussteiger‘ aus der rechten Szene ziemlich ungeschickt. Wie Herr Lemmer. 2001 mit viel Mediengedöhns der ‚Lügenpresse‘ ‚ausgestiegen‘. Die üblichen Verdächtigen wie Schlingensief, die alles instrumentalisiert in Szene setzten, was bis zur Schlussklappe nicht auf den Bäumen war – ja, er hatte durchaus ein sehr beachtliches künstlerisches Oevre, aber alles zu seiner Zeit – schmückten sich gerne telegen mit ihnen. Behörden, die hinter jedem Grashalm linke Suberversion witterten, aber selbst nach der NSU-Bande noch immer Rechtsextremismus für ‚völkische Folklore‘ halten, luden gerne ein auf Podien, in Symposien und wähnten sich wundersam erfolgreich in der Resozialisierung politischer Wirrköpfe. Wie der jämmerliche Skandal um so genannte ‚V-Männer‘ dokumentierte, die den Staat, den sie nach wie vor bekämpften, um Steuergelder erleichterten, Straftaten initiierten, ausführten und / oder verschleierten, während ein Geheimdienst, dessen einziges Geheimnis darin besteht, warum man ihn braucht, im Trüben fischen wollte – auf wessen Geheiß auch immer. ‚Aussteiger‘ Lemmer: 2001 ‚ausgestiegen‘. 2009 verurteilt wegen Volksverhetzung. Also ganz knapp nach dem ‚Ausstieg‘. Einer, der der Rechten Szene abschwor und dennoch Jahre lang CDs mit rechtsnationalen. fremdenfeindlichen Inhalten vertrieb und von dem vertreibenden Label Gehalt kassierte. Als ‚Aussteiger‘, vorgeführtes Vorbild. Entweder Lügner oder Mensch ohne Rückgrat oder politischer Menopausenclown oder… oder was eigentlich?

Wie viele dieser ‚Aussteiger‘ sind rechtsnationale Schläfer, Okkupanten (noch) demokratischer (?) Parteien, Organisationen oder Vereine, Hochstapler oder einfach nur Menschen, die im Hinblick und / oder auf Druck ihrer in diesem Staate verwurzelten Unternehmen einfach nur pragmatisch abschwörende Opportunisten, die, in der Wolle gefärbt, ein Leben lang ‚farbecht‘ bleiben. Wenn es passt, möglicherweise auch mal zum Wohl der Tiere.

Das ganze Desaster offenbart eine ‚Partei‘, in denen die Verzweiflung jedwede Art von ‚Koalition‘ zulässt, in der einer Fraktion mit den ‚Freien Wählern‘ das böse Wort geredet wird, mit dem ein aufrechter Tierrechtler wie Volker Arndt seinerzeit in Frankfurt mit Schimpf und Schande aus der Partei gejagt wurde – und der in der Kommunalpolitik aktuell mehr erreicht als die ‚Tierschutzpartei‘ bundesweit. Wobei die ‚Freien Wähler‘ zu der Zeit noch weit davon entfernt war, ein (vielleicht sogar) unfreiwilliges Sammelbecken rechter Looser zu werden. Von realer Politik ist inzwischen nichts mehr zu sehen. Die lustigen wie humorlosen Blauhemden ohne jede eigenen politischen Inhalte okkupieren Initiativen, drängen sich vor, vereinnahmen, bringen im Ergebnis gegen sich auf. Schade. Noch hat diese ‚Partei‘ viele ehrbare, engagierte und ohne Aufhebens Tierschutzarbeit verrichtende Mitglieder, die immer noch glauben, mit ihrer Mitgliedschaft Tierschutz voran bringen zu können. Aber sind immer nur die bösen Wähler schuld, wenn es eine Partei auch im Jahre 21 nach Gründung noch immer nicht verstanden hat, auch nur ein erwähnenswertes Ergebnis erzielt zu haben? Außer einem MEP, der nach Nutzung der Partei zur Alterssicherung die Partei schneller verließ, als ein Rechter ‚Ausstieg‘ buchstabieren kann?

Herzlich willkommen in der Restrealität dieser… ‚Tierschutzpartei‘.

Nachtrag

Matthias Ebner antwortete auf ein Posting Anfang November unter einem geteilten Inhalt des MEP und Amtsvorgängers als Bundesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (MUT), Stefan Bernhard Eck, worauf sich eine Aufschlussreiche Diskussion entwickelt:

Matthias Ebner: Traurig, dass du diesen Müll teilst!

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Stephan S.: Wenn ich mich entsinne, wie Du dich einst an meiner Griechenkritik gestört hast, wundert mich, in welchem Umfeld Du dich inzwischen bewegst! Feine Gesellschaft da in dieser MUT inzwischen, muss ich schon sagen….

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Matthias Ebner: Allerdings! Ich bin sehr froh, dass wir Eck und seinen rechten Freund Bernd M. los sind:
http://www.tierschutzpartei.de/austritt-stefan-eck/
https://www.facebook.com/MUTgegenRechtsextremismus/posts/426588354158326

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Stephan S.: Ich kenne keinen Bernd M, sehe aber, dass Ihr für ihn (sollte es der Fall sein, was ihm vorgeworfen wird) ausreichend Ersatz gefunden habt. Aber davon abgesehen, verstehe ich nicht ganz, wie es sein kann, dass man sich als MUT von Stefan Bernhard Eck MEP distanzieren will und gleichzeitig der Geschäftsführer oder was er da bei euch ist, eine Darstellung postet, als wäre man noch ganz dicke??? Wobei das zu meinem eindruck in der letzten Zeit passt, dass die MUT ständig versucht anderer Leute Arbeit als die Ihre zu verkaufen. Ist die Ideenlosigkeit so gross bei euch Blauhemden?

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Matthias Ebner: Die Ratsfraktion Düsseldorf ist nicht ein und dasselbe wie die Bundespartei.

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Stephan S.: Mag sein, aber diese Ratsfraktion wirft grosse negative Schatten auf die Bundespartei. Ob sich diese Bündnisse für die Gesamtentwicklung positiv auswirken, darf doch stark bezweifelt werden.

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Matthias Ebner: Nein, sie wirft äußerst positive Schatten. So positiv und groß, dass ein Stefan Eck eifersüchtig wurde und sie zu seinen Erzfeinden erklärte.

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Stephan S.: Na ich weiss nicht, die Ratsfraktion einer Stadt ist doch sicher eine kleine Welt gegen das Europaparlament. Ob Du das richtig deutest, darüber bin ich mir nicht sicher. Kann mir eher vorstellen, dass es Aversionen gegenüber der Sorte von „Ratsherren“ waren, die sich da zusammen geschlossen haben. Allzu rühmlich erscheint mir persönlich das Ganze auch nicht . Musst halt aufpassen, dass ihr da nicht in ein falsches Fahrwasser geratet!

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Sandra G.: Ob Ebner den Kram selber glaubt, den er da von sich gibt? Ein EU-Politiker in Brüssel soll eifersüchtig auf einen Ratssitz in Düsseldorf sein? „grin“-Emoticon

Und alle anderen die austraten – waren auch voll eifersüchtig, ist klar „grin“-Emoticon „grin“-Emoticon 

Lustig, dass Matthias Ebner neuerdings offenbar dafür keine Probleme mit rassistischen, menschenverachtenden öffentlichen Aussagen von MUT-Funktionsträgern hat und auch die Verurteilungen von Lemmer (verurteilter Volksverhetzer) und Krüger (verurteilt wg. Wählertäuschung und Holocaustrelativierung) und insgesamt ihre Vergangenheit und langjährige Freundschaft zu einem Bundesvorstandsmitglied offenbar nicht so schlimm findet. Lässt tief blicken.

Im falschen Fahrwasser ist er doch bereits, Stephan. Aber gut, muss er ja mit leben, wenn er rechtstolerant wird / ist. Andere können das nicht.

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Stephan S.: Offenbar lässt so Manchen die Hoffnung, statt 0,9 Proz. vielleicht 0,95 Prozent der Wählerstimmen zu erreichen, jegliche Bedenken beiseite schieben. Ich kann mich echt nur wundern, wie endlos das Halsscharnier bei Einigen geworden ist. Man scheint den Kopf um 360 Grad drehen zu können….

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Matthias Ebner: Wirklich lustig, wie sich mit Eck, S. oder auch M. immer wieder Personen durch Kritik an der angeblichen Rechtslastigkeit der Tierschutzpartei hervortun, die selbst vor nur sehr kurzer Zeit durch rassistische Äußerungen aufgefallen sind, während die, die sie kritisieren, dies bereits viele Jahre hinter sich haben!

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Sandra G.: Musstest Du jetzt erst mal Jan Zobel fragen, was Du antworten sollst, weil das jetzt so lange gedauert hat? „wink“-Emoticon 

Wer hat was rassistisches gesagt? Link? Tonbandaufnahme? Her damit! 

„Angeblich“ „grin“-Emoticon „grin“-Emoticon

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Stephan S.: Lustig ist hier nur Einer – und zwar Du! Hängst dir das linke Mäntelchen um und treibst dich mit Leuten herum, die eine äusserst fragwürdige Vergangenheit haben. Leute die angeblich so starke Wechsel in ihren Ansichten hinter sich haben, sind mir zutiefst suspekt und ob sie wirklich in einer Partei was verloren haben, die sich zumindest bisher immer als Links stehend präsentiert hat, na das muss dein Blauhemdchen- Club natürlich selber entscheiden?

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Vorschlag der Redaktion: Wie wäre es, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz umzubenennen? Zum Beispiel in „Volksfront zum Schutz bedrohter Rassen“? Da ließe sich Tierschutz und Mensch doch trefflich auf einen Nenner bringen…

 

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Veröffentlicht in Aktuelles
2 comments on “Rechtsruck Endlosschleife
  1. […] Verfechter ‘linker Politik’ (O-Ton Ebner) eher auf Abstand gehen sollte (siehe Artikel ‘Rechtsruck Endlosschleife’). Aber […]

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